Reizdarm?

Reizdarm oder Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Reizdarmbeschwerden können die Lebensqualität von Betroffenen beeinträchtigen, denn als typische Beschwerden gelten länger als drei Wochen andauernde Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen. Was genau die Beschwerden auslöst, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Wie es beim Bundesverband der Internisten e. V. heißt, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass bei Betroffenen die Darmbewegungen gestört sind und die  Darmschleimhaut besonders empfindlich auf mechanische oder chemische Reizungen reagiert. Zudem unterscheide sich wohlmöglich das Schmerzempfinden der Betroffenen.  Da Reizdarm-Patienten meist gerade keinen ungesunden Lebensstil führen, scheint es auch dies keine Ursache für die Beschwerden zu sein. Das gelte auch für Pilzinfektionen im Darm. Bekannt ist dagegen, dass psychosomatische Gründe eine Rolle spielen. Experten schätzen, dass in Deutschland zwölf Millionen Menschen das Reizdarmsymptom haben.

Während ein Drittel der Patienten mit schweren Symptomen zu kämpfen hat, treten diese bei der Mehrheit der Reizdarm-Patienten nur hin und wieder auf. Der Weg bis zur Diagnose ist jedoch nicht immer einfach. Viele Betroffene haben eine Odyssee von Arztbesuchen hinter sich, um abklären zu lassen, ob es organische Ursachen gibt. Nicht selten haben sie das Gefühl, als Hypochonder abgestempelt zu werden.

Doch was hat das Reizdarmsyndrom mit einer Fruktosemalabsorption oder einer Laktoseintoleranz zu tun? Das lässt sich so zusammenfassen: Betroffene mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit haben i. d. R. auch Reizdarm-Beschwerden. Reizdarm-Patienten haben jedoch nicht zwingend eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. In einer Untersuchung von Priv.-Doz. Dr. med. Hans-Joachim Thon von 58 Patienten mit einem diagnostizierten Reizdarmsyndrom zeigte sich, dass  34 (59 %) der Patienten positiv auf Fruktose reagierten, 18 (31 %) der Patienten auf Laktose und 13 (22 %) der Patienten auf beides. Eine fruktose- bzw. laktosearme Ernährung führte bei den meisten Patienten zu einer deutlichen und nachhaltigen Verbesserung der Symptome.

Wichtig ist, bei entsprechenden Beschwerden eine fundierte Diagnostik zu erhalten und ggf. den Arzt auch auf die Möglichkeit eines H2-Atemtests zur Abklärung einer Nahrungsmittelunverträglichkeit bei Reizdarm-Beschwerden hinzuweisen.

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