Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es hier immer wieder zu Verwechslungen. Sind eine Fruktosemalabsorption oder eine Laktoseintoleranz etwa Allergien? Tatsächlich können Symptome ähnlich sein. Eine Lebensmittelallergie lässt sich jedoch nur bei 2,6 Prozent der Bevölkerung nachweisen, während Experten davon ausgehen, dass ca. 15 Prozent eine Laktoseintoleranz haben und ca. 30 Prozent eine Fruktosemalabsorption.

Doch wie unterscheiden sich Allergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Lebensmittelallergie
Wenn jemand z. B. auf Sellerie allergisch reagiert, dann kann bereits eine kleine Menge des im Sellerie enthaltenen Allergens ausreichen, um allergische Symptome auszulösen. Diese können Juckreiz, Nesselsucht, aber auch ein geschwollener Hals und Mundraum sein. Die Gefahr eines allergischen Schocks besteht. Bis die Symptome auftreten, dauert es in der Regel 30 bis 40 Minuten. In dieser Zeit kommt es im Körper zu einer Reaktion des Immunsystems, bei der sog. lgE Antikörper gebildet werden. Allergene in Lebensmitteln sind meist Eiweiße oder Verbindungen aus Eiweißen und Kohlenhydraten.  Diagnostiziert wird eine Allergie von einem Facharzt. Der Allergologe wird zunächst in einem Gespräch Symptome besprechen und klären, wie hoch das individuelle Allergierisiko ist. Haben nahe Verwandte Allergien? Der Arzt kann dann über verschiedene Haut- und Bluttests herausfinden, ob und gegen welche Allergen der Betroffene reagiert. Wurde eine Allergie festgestellt, wird der Arzt auch die Therapiemöglichkeiten besprechen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Bei  Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommt es nicht zu einer Reaktion des Immunsystems. lgE Antikörper werden nicht gebildet und Betroffenen haben einen negativen Allergietest. Ursache für die Fruktosemalabsorption ist, dass das GLUT 5 Transportprotein, das für die Verstoffwechselung des Fruchtzuckers im Dünndarm verantwortlich ist, nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden ist. So gelangt der Fruchtzucker in den Dickdarm und verursacht dort Beschwerden, die ganz individuell unterschiedlich ausfallen können. Vergleichbar ist dies mit dem Enzym Laktase, das für die Verstoffwechselung von Milchzucker notwendig ist. Betroffenen fehlt dieses Enzym oder es ist nicht mehr in einer ausreichenden Menge vorhanden. Getestet werden können die Fruktosemalabsorption und die Laktoseintoleranz über einen sog. H2-Atemtest. Experten empfehlen bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit eine individuelle Ernährungsumstellung und das Austesten der individuellen Toleranzschwellen. Eine Ernährungsberatung ist sinnvoll.

Wichtig für die Unterscheidung zwischen Allergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit ist eine Diagnose durch einen Arzt.

Quelle:

  • Deutscher Allergie und Asthmabund e. V.  (www.daab.de)
  •  „Der Ernährungsmediziner“ – Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte. Mai 2008, S. 8-10